Umfassendes Sortiment physikalisch abbindender und chemisch reagierender Klebstoffe

Klebstoffe für den industriellen Einsatz

 

Klebstoffe sind nichtmetallische Stoffe, die Werkstoffe durch Oberflächenhaftung (Adhäsion) so verbinden können, dass die Verbindung eine ausreichende innere Festigkeit (Kohäsion) besitzt. Sie werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: physikalisch abbindende Klebstoffe und chemisch reagierende Klebstoffe.

 


physikalisch abbindend
Nasskleben
Kontaktkleben
Schmelzkleben
Haftkleben

 

Nassklebstoff

Nassklebstoffe werden üblicherweise nur auf ein Fügeteil aufgetragen. Die Fügeteile werden sofort geklebt. Eine Haftung tritt erst ein, wenn das Lösungsmittel oder Wasser (als Trägersubstanz) verdunstet ist. Poröse Materialien (z.B. Papier, Pappe, Holz) begünstigen die Trocknung.

 

Kontaktklebstoff

Kontaktklebstoffe werden auf beide Fügeteile aufgetragen. Nach der Ablüftzeit werden die Fügeteile mit einem kurzen, hohen Anpressdruck zusammengefügt. Es tritt eine Soforthaftung ein, die eine schnelle Weiterbearbeitung/Nutzung des Werkstückes erlaubt (z.B. Fahrradflicken).

 

Schmelzklebstoff

Schmelzklebstoffe sind frei von Lösungsmitteln. Es sind keine Dosier- oder Mischvorgänge zu beachten. Der Schmelzklebstoff kann als Pulver, Granulat, Stift, Netz oder Folie durch Temperatureinwirkung in der Klebefuge aufgeschmolzen werden. Die häufigsten Anwendungen sind das Kleben von Metall, Leder, z.T. Kunststoffe oder das Aufbügeln vom Umleimern.

 

Haftklebstoff

Haftklebstoff sind nicht-aushärtende Klebstoffe, die nach der Fertigstellung der Klebstoff-Masse (Synthese, Teilvernetzung, etc.) ihren chemischen Zustand (Zusammensetzung, Molekulargewicht und -verteilung) bis zum Zeitpunkt der Verklebung, während des Verklebungsvorgangs und in der Anwendung selber nicht verändern.

Innerhalb der Anwendungstemperatur verfügen sie über eine permanente Oberflächenklebrigkeit (Tack). Diese Klebrigkeit ermöglicht die Verklebungen durch leichten Anpressdruck, ohne Zuführen von Energie und z.T. mehrmaliges Verkleben. Kräfte können spontan übertragen werden. Typisch für Haftklebstoffe ist ein dynamischer Adhäsionsaufbau, der je nach Haftklebstofftyp, Temperatur und Anpressdruck sowie -dauer wenige Minuten bis mehrere Tage betragen und zu einer unterschiedlich hohen Endfestigkeit führen kann. Die Eigenschaften einer Haftklebstoff-Klebung werden entscheidend durch das visko-elastische und -plastische Verformungsverhalten unter Last bestimmt, z.B. das Kriechen bei Langzeitbelastung.

Haftklebstoff-Systeme bestehen meistens aus einem funktionalen Träger der ein- oder beidseitig mit einer Haftklebstoff-Masse ausgestattet ist, deren Form nicht auf Klebstoff-Filme, d.h. ein- oder doppelseitige Haftklebebänder, beschränkt sein muss. Ein funktionaler Träger dient u.a. der mechanischen Stabilität und Festigkeit der Klebstoff-Masse und kann innerhalb einer Klebung verschiedene Aufgaben, wie z.B. mechanische Dämpfung, den Ausgleich von unterschiedlichen Materialausdehnungen, thermische oder elektrische Isolation usw., übernehmen. Typische Materialien sind Papier, Polymerschäume, -folien, Metallfolien, Metall- und Kunststoffhalbzeuge. Prinzipiell können aber eine Vielzahl von technischen und natürlichen Materialien direkt oder mittels Transfer-Filmen zum Haftklebstoff-System aufgebaut werden. Transferklebebänder sind eine weitere Anwendungsform und bestehen aus trägerlosen Haftklebstoff-Filmen.

 

Nach der Anwendungsart kann man folgende Produkttypen unterscheiden:

  • Wiederverklebbare Produkte: geringe Klebkraft, das Klebstoff-System wird beim Ablösen nicht beschädigt, z.B. Haftnotizzettel, Verschluss-Klebungen (z.B. bei Papiertaschentuch-Verpackungen), etc.
  • Lösbare Produkte: mittlere bis hohe Klebkraft, lassen sich rückstandsfrei entfernen, meistens einmaliger Gebrauch, Haken- und Poster-Befestigungssysteme, Wundpflaster und Transdermale Therapeutische Systeme (z.B. Nikotinpflaster), Aufkleber, Etiketten, selbstklebende Folien, Verpackungsbänder usw.
  • Permanent klebende Produkte: Klebkraft ist für semistrukturelle Anwendungen ausreichend, z.B. Außenspiegel, Schutzleisten, Dämpfungs-Versteifungselemente im Fahrzeugbau, Spiegelklebungen, Anwendungen im Fenster- und Fassadenbau, Mobiltelefone etc. oder selbstklebende Produkte, die beim Ablösen bewusst sichtbar verändert oder zerstört werden sollen, wie z.B. Typenschilder, TÜV-Plaketten etc.

 

chemisch reagierend
Einkomponentenkleben
Aerobe Klebstoffe
Cyanacrylate
Zwei- oder Mehrkomponenten

 

Einkomponentenklebstoff

Einkomponentenklebstoffe sind Klebstoffe, die entweder mit Hilfe der Luftfeuchtigkeit (aerob) oder unter Luftausschluss – unterstützt durch Kontakt mit Metalloberflächen (anaerob) – härten. "Aktive" Metalle wirken als Katalysator und unterstützen deshalb den Aushärtevorgang. Bei "passiven" Werkstoffen, die nur wenig oder überhaupt nicht katalytisch wirken (wie z.B. anodierte, verzinkte und nicht rostende Stähle, Edelmetalle und nichtmetallische Stoffe), werden für eine schnelle und vollständige Aushärtung Aktivatoren eingesetzt.

 

Aerobe Klebstoffe

Aerobe Klebstoffe härten an der Luft meist durch Ausnutzung der Luftfeuchtigkeit in einer chemischen Reaktion. Diese Klebstoffe bestehen aus Polyurethanen oder Silikonkautschuk.

 

Cyanacrylate

Cyanacrylate sind sehr schnell reagierende Klebstoffe (Sekundenkleber), die unter Luftabschluss mit Hilfe der Feuchtigkeitsspuren härten, die auf jeder der Luft ausgesetzten Oberfläche vorhanden sind.

 

Zwei- oder Mehrkomponentenklebstoffe

Zwei- oder Mehrkomponentenklebstoffe bestehen aus zwei oder mehreren flüssigen oder pastenförmigen Bestandteilen. Die Komponenten müssen exakt nach dem vorgeschriebenen Verhältnis gut vermischt werden. Sie härten innerhalb einer von der Temperatur abhängigen Zeit aus. Diese Klebstoffe können nur während einer gewissen Verarbeitungszeit, der "Topfzeit", verarbeitet werden. Sie müssen bis zum vollständigen Aushärten fixiert bzw. gepresst werden. Mehrkomponentenklebstoffe werden sowohl als Kaltklebstoffe wie auch als Warmklebstoffe angeboten.

 


 

Reiniger

Reinier sind Mittel, mit deren Hilfe Schmutz oder andere Verunreinigungen von Oberflächen entfernt werden können. Eine korrekte Reinigung ist die Voraussetzung für optimales Kleben und Dichten. Die Klebfestigkeit wird überwiegend durch die Haftung zwischen Klebstoff und verklebter Fläche bestimmt. Es ist zu beachten, dass Klebverbindungen umso stärker sind, je besser die Flächen gereinigt werden. Zur Erreichung eines optimalen Ergebnisses ist die komplette Entfernung von Öl, Fett, Staub und anderen Verschmutzungen von den zu verklebenden Flächen erforderlich.

 

Verarbeitungs- und Dosiergeräte

Vom einfachen Handgerät bis hin zum vollautomatischen System bieten wir Ihnen eine komplette Palette verschiedenster Geräte zur Integration in Ihren Herstellungsprozess.

 

Leitfaden für die Auswahl von Trägermaterial und Klebstoff

Je nach Anwendung und Anforderung kommen verschiedene Trägermaterialien und Klebstoffe infrage. Zum Leitfaden für die Auswahl vonTrägermaterial und Klebstoff

 

 


 
Kleben von Kunststoff-
verbindungen (PDF)

 Produktleitfaden Klebstoffe
und Dichtmassen (PDF)